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Alte Universität Marburg

Eine Wohnmobilreise an die Lahn - von Bad Ems bis Marburg

mit drei festen Stationen auf den Campingplätzen in Dausenau, Wetzlar und Marburg vom 29.08. bis 06.09.2026.

Samstag, 29. August

Bei wunderschönem Spätsommerwetter trafen sich am Samstag, 29. August insgesamt zehn Wohnmobile, also 20 Freunde auf dem Campingplatz am Lahnufer in Dausenau. Einige Frühangereiste begaben sich am Vormittag in den Ort und bekamen glücklicherweise eine private Kirchenführung in der ev. Kastorkirche. Nicht nur die Kirche ist sehenswert – sie hat einen Flügelaltar aus dem 13. Jahrhundert – derzeit gibt es auch eine Ausstellung verschiedener Künstler (Malerei und Gestaltung) aus verschiedenen Kulturen zum Thema Glauben.

Der Ort selbst ist klein, liegt beschaulich an der Lahn, genau wie der Campingplatz. So konnten wir die vielen Paddler gut beobachten und hatten unseren „Spaß“ an den zahlreichen Gänsen und Enten.

Pünktlich um 15 Uhr gab es die offizielle Begrüßung mit einem kleinen Umtrunk und Gebäck. Den Abend verbrachten wir mit netten Gesprächen vor oder teilweise in den Mobilen.

Sonntag, 30. August

Heute war zunächst eine kleine Radtour nach Bad Ems angesagt. Die stellte aber keine hohen sportlichen Anforderungen an die Teilnehmer. Der Lahn-Radweg ist hier sehr gut zu fahren. In Bad Ems hatten wir eine Stadtführung. Herr Schneider startete die Runde auf der Ottmar-Canz-Brücke mit bestem Blick auf die Stadt. Danach ging es zur Römerquelle, ins ehemalige Kurhaus, heute das Hotel DAS HÄCKERS. Dort durften wir eintreten und am Kesselbrunnen ein Gläschen „köstliches“, gesundes Wasser probieren. Das Betrachten des alten Teppichs und des teilweise aus Marmor gefertigten Wandschmucks sagte uns mehr zu.

Doch es gab noch viel zu sehen in Bad Ems: den Limes-Stein, den Marmorsaal im heutigen Kurhaus sowie den Theatersaal. Man fühlte sich in die Vergangenheit zurückversetzt. Nach vielen weiteren interessanten Informationen endete die Führung und ein Teil der Gruppe fuhr mit der steilen Kurwaldbahn nach oben um einen Blick auf die schöne Stadt zu werfen.

Nach einem Eis ging es per Rad wieder zu den Mobilen. Der Abend endete beim gemeinsamen Abendessen im Platzlokal ROMA -war sehr gut- und wieder vor und in den Mobilen.

Montag, 31. August

Heute ging es per Bahn nach Limburg! Und, oh Wunder, es hat alles geklappt. Vom Bahnhof aus bummelten wir zunächst alleine durch das alte Städtchen, trafen aber alle pünktlich beim Treffpunkt am Brunnen von Ritter Hattstein an der Plötze ein. Dort begann eine sehr nette Kostümführung mit Frau Schaus. Sie erzählte uns viel über die alten Sitten und Gebräuche und dass Ritter Hattstein eigentlich ein Räuber und Betrüger war, welcher es aber in die Gemeindeverwaltung geschafft hat… kennen wir doch, oder??? Aber auch sein Leben war endlich.

Frau Schaus erklärte uns aber auch viel über die Bauweise der vielen Fachwerkhäuser, ging mit uns an das Lahnufer (zumindest hatten wir einen Blick auf die alte Lahn-Brücke) und zum Schluss beim größten und höchsten Haus aus dem 13. Jhdt. in den tiefen Keller. War beeindruckend! Bevor wir uns in der Stadt verteilten, besuchten wir aber noch den Dom. Dort wird derzeit außen viel renoviert, aber das Pfarrhaus ist wohl fertig. (goldene Badewanne war nicht zusehen). Nach einem kleinen Imbiss brachte uns die Bahn zurück nach Dausenau.

Dienstag, 1. September

Heute war Weiterfahren angesagt und zwar nach Wetzlar. Einige Freunde besuchten an der Strecke diverse Schlösser oder kleine, weitere Ortschaften. Das Ziel, der Campingplatz Wetzlar, wurde von allen gefunden. Wir hatten ein Wiesenstück für uns, allerdings ging die Straße direkt daran vorbei, somit war es teilweise sehr laut. Am Abend gemütliche Runde, jedoch gingen wir bald in die Mobile – es wird Herbst und kühl…

Mittwoch, 2. September

Die Sonne scheint bei 12 Grad – dennoch ging es mit den Rädern an der Lahn entlang in die Stadt, den Berg hinauf zum Wetzlarer Dom. Hier konnten wir trotz Großbaustelle die Räder gut anschließen und zu Fuß zum Treffpunkt mit Frau Kommerzienrat Lange eilen. Hier hatten wir wieder eine Kostümführung, bei welcher uns Frau Kommerzienrat Lange, eine Tante von Goethe, den Klatsch und Tratsch über das Leben in Wetzlar zu Zeiten als ihr Neffe Johann Wolfgang von Goethe hier weilte. Es war wohl nur ungefähr ein Sommer, dennoch schrieb er das Buch „Die Leiden des jungen Werther“ hier…

Nach der Führung besuchten wir noch diesen interessanten Dom, heute eine Simultankirche, d. h. die Kirche wird von beiden Konfessionen – evangelisch und katholisch – genutzt, also gelebte Ökumene. In Goethes Wohnhaus, heute ein gutes Lokal, bekamen wir einen leckeren Mittagstisch. So gestärkt schoben wir teilweise die Räder die doch steilen Straßen hinunter, und am Lahnweg fuhren einige noch zur LEICA-Welt im Leitzpark, die anderen zurück zum Mobil.

Donnerstag, 3. September

Heute wurde es sportlich. Bei nur 11 Grad und vielen Wolken starteten wir auf dem Lahnradweg nach Gießen, 17 km meist eben! Nach kurzen Navigationsproblemen fanden wir aber das Mathematikum. Genau richtig, denn es begann etwas zu regnen. Hier bekamen wir eine kurze Einführung, danach konnte sich jeder selbst mit den vielen Experimenten und Objekten beschäftigen. Wir gaben uns 2 ½ Stunden Zeit, was genau richtig war.

Danach hieß es wieder los radeln, zuerst bis zum Dutenhofener See. Im dortigen Lokal hatten wir reserviert und bekamen sehr schnell leckere Speisen und Getränke. Für den Rückweg gab es erst Sonne, dann viele Wolken und Gegenwind, was einige Teilnehmer wohl zur Turbo Nutzung ihrer E-Bikes bewegte. Die letzten 11 km flogen wir gen Mobil!

Freitag, 4. September

Nochmals Standortwechsel – es geht nach Marburg. Alles in Ruhe, jeder fand den CP Lahnaue, wir waren fast alle gleichzeitig da. Einrichten und die wieder erschienene Sonne genießen.

Samstag, 5. September

Auf Grund der kurzen Entfernung in Marburg liefen wir in die Stadt, zunächst in die Unterstadt, dann mit dem Fahrstuhl in die Oberstadt. Hübsch anzusehen und es gibt schnuckelige Geschäfte. Wir waren sofort begeistert. An der alten Linde trafen wir dann unsere letzte Stadtführerin dieser Tour – Marktfrau Trude, im bürgerlichen Leben Frau Lisa Klatte. Sie gestaltete die Führung durch Alt-Marburg mit sehr viel Humor und machte mit uns kleine Spielchen. Sie erzählte viel über die Gebrüder Grimm, die hier lebten, über die heilige Elisabeth und das Leben der Landgrafen, aus deren Familie heraus die Besitztümer Hessen/Marburg und Hessen/Darmstadt wurden.

Sie führte uns einen kleinen Kräuterpfad entlang und ließ uns in die Vielfalt der Pflanzen eintauchen. Zum Abschluss gab es einen Nachtwächter-Kräuterschnaps. Wieder uns selbst überlassen, suchten wir ein Lokal um uns zu stärken. Wir wurden teilweise Zeuge einer Hochzeit auf der Drehleiter eines Feuerwehrfahrzeugs und gingen auf verschiedenen Pfaden shoppen.

Irgendwann waren alle wieder zur großen Abschiedsrunde bei den Mobilen. Es wurden die letzten Getränke und Knabbereien verzehrt, Irmgard las noch eine Gute-Nacht-Geschichte, danach holten Dieter und Gösta die Fahne ein. Die Tour war Geschichte. Natürlich saßen wir noch etwas zusammen.

Sonntag, 6. September

Die Sonne schien, aber es gab auch erste Herbstnebel über der Lahn. Alle machten sich auf den Weg und kamen wohl auch gut zu Hause an.

Es war eine sehr interessante aber auch anstrengende Tour – wir haben viel gesehen und konnten teilweise ins Mittelalter eintauchen.

Ein großes Dankeschön an das Team Petra und Christoph für diese Tourplanung! Sie konnten diese Tour aus gesundheitlichen Gründen leider nicht direkt miterleben.

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